Die Seite für coole Campingkids 
und solche,  die es noch werden wollen

Tipps für noch schönere Ferien 

  • Probleme sind ganz normal - so haben wir sie mit unseren Kindern gelöst 

Streithammel auf Reisen

Die Grinsemurmeln

Ich habe drei Töchter. Drei Mädchen ... selbst wenn zwei davon gute Laune haben, brav ins Bett gehen, keine Wut im Bauch haben, ... Die Wahrscheinlichkeit, dass eine "einen Furz quer sitzen hat" ist ziemlich hoch. Gerade in den Ferien bin ich empfindlich und wünsche mir nichts mehr als Friede, Freude, Eierkuchen.

Ihr braucht ein hohes, durchsichtiges Gefäß. Das kann ein Glas sein oder eine Flasche. Wichtig ist, dass der Behälter schmal ist, damit nicht allzu viele Grinsemurmeln dort hinein passen.

Dann benötigt ihr noch eine Vielzahl von Murmeln, Smarties, Kieselsteinen oder Muscheln. Im Grunde alles, was man gut in einem Glas sammeln kann.

Jeden Abend nach dem Zähneputzen versammelt sich die Familie vor dem Glas. Einer der Erwachsenen ist Schiedsrichter und fragt die Familie: "Wer hat denn heute eine Grinsemurmel verdient?" Eine Grinsemurmel erhält man für etwas, worüber sich die anderen gefreut haben. Etwas, was heute besser geklappt hat als sonst. Bewertet wird nicht der ganze Tag, sondern nur eine Feinheit, die den anderen aufgefallen ist.

Eine meiner Töchter rastete wahnsinnig schnell aus, wenn sie sich von ihren Schwestern geärgert fühlte. Dann wurde sie richtig handgreiflich als sie noch ein kleines Mädchen war. An einem Nachmittag allerdings war sie mal nicht brutal geworden. Ihr selbst war das gar nicht mehr im Gedächtnis, als ihre Schwestern meinten: "Sabine hat heute eine Grinsemurmel verdient." Bine guckte ungläubig, denn sie erinnerte sich noch an ihren Wutanfall vor dem Zähneputzen. "Ja, als wir uns heute nachmittag gestritten haben, hast du uns nicht gehauen. Das war gut!" Genau für so ein kleines, erfreuliches Ereignis gibt es eine Grinsemurmel. Auch die Mama oder der Papa können eine Grinsemurmel bekommen. Man darf sich auch selbst vorschlagen. Allerdings entscheidet immer die Familie über den Erhalt einer Grinsemurmel.

So langsam aber sicher füllt sich das Glas. Es ist Zeit, die Belohnung anzusprechen: "Hej, vielleicht ist ja morgen schon unser Glas voll. Habt ihr schon eine Idee, was wir dann machen? Es muss etwas sein, was für uns alle schön ist."

Bei uns haben sich die Mädchen oft für Ausflüge ins Freibad oder in den Zoo entschieden. Im Grunde genommen ist alles möglich. Man sollte auch spendabel sein, denn ein volles Glas voller Grinsemurmeln ist ein riesiger Erfolg.

Ihr könnt euch vorstellen, dass wir wahnsinnig nette, schöne Ferien hatten. Klar gab es auch Streit, aber viel seltener, und viel weniger schlimm. Ich als Mama habe auch Grinsemurmeln für tolles Einschlafen oder Helfen verteilt. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

(Im Grunde genommen könnte man auch ein kleines Legoauto auseinander bauen, alle Steine in eine Schale legen und anstelle der Murmeln täglich das Auto weiter zusammen bauen. Oder ein Puzzel mit 20 Teilen (auf jeden Fall nicht zu viele Teile) in die Einzelteile zerlegen, die Teilchen sammeln und anstelle der Murmeln in einem Bild wieder zusammen setzen.)

Campingkinder wollen nicht schlafen

Wie so oft, richten sich Kinder nach anderen Kindern. Wenn sie das Gefühl haben, dass alle anderen noch aufbleiben dürfen, ist es schwer, sie ins Bett zu bekommen.

Da hilft es, sich mit den anderen Familien abzusprechen. Denn oft haben alle das gleiche Problem. Vielleicht lässt sich ja eine lockere Einigung erzielen, wann coole Campingkids in die Koje gehen.

Kinder, die den ganzen Tag auf Achse sind, sind abends zwar müde, aber auch oft übermüdet oder überdreht. Dann hilft es, mit einem Ritual erst mal runter zu kommen. Das A und O bei Ritualen ist, dass sie ganz verlässlich stattfinden und sich die Eltern genauso verlässlich daran halten, wie sie es von den Kindern erwarten.

Nach dem Zähneputzen noch eine Runde spielen.

Zum Beispiel: Gemeint sind Gesellschaftsspiele, die man gemeinsam im Vorzelt, Zelt oder Wohnwagen spielen kann. Da Kinder heute nur noch selten Brettspiele machen, ist das ein schöner Reiz. Zumal die Eltern sie nicht mit einem Spiel abschieben, sondern begeistert mitspielen.

Schön sind auch Lesezeiten.

Entweder kuscheln sich alle schon mal zusammen ins Bett oder man setzt sich noch mal gemütlich in eine kleine Strandmuschel. Unterschätzt nicht den Motivationscharakter besonderer Orte. Also Lesen bitte nicht am Tisch wie in der Schule, sondern schön kuschelig als Familienereignis. Hier sind Fortsetzungsgeschichten super.

Es ist einfach zu hell im Zelt... 

Gerade habe ich gesehen,  dass decathlon ein Dunkel- und Kühlzelt anbietet... Ob man das aber braucht? Mir gefällt es gut, in einem sommerlich,  hellen Raum zu schlafen.  Mit zwei Wäscheklammern könnt ihr aber auch ein Handtuch an den oberen Rand des geöffneten Fensters knipsen. Besonders die orange-rot Töne finde ich sehr gemütlich. 

Da fällt mir noch ein Buch ein: nein, ich will noch nicht ins Bett 

Ein Buch von Astrid Lindgren mit einer schönen Rahmenhandlung und vielen kleinen Situationen,  in die der kleine Lasse guckt. 

In Schweden, beim Lasse,  wird es in den Sommermonaten nämlich gar nicht dunkel. 

Der Weg zu den Duschen 

Frische Sachen,  Handtücher,  Zahnbürsten,  Shampoo - so Vieles schleppen wir allabendlich mit unseren Kiddies von A nach B.  Manche hängen den Kindern kleine Rucksäcke um. Das finde ich praktisch,  wenn die Kids schon ein bisschen größer sind. Ich erinnere mich aber auch an kollektives Sammelduschen mit meinen Mädchen.  Dafür habe ich mir einen Holzbügel mitgenommen.  Daran hing eine alte Fleecejacke,  die ich unten und am halben Arm zugenäht hatte. Hier war alles drin. Durch den Reißverschluss kam ich problemlos an die frischen Kleider, Shampoo steckte in einem Arm, Zahnbürsten im anderen. Nichts wurde nass, alles hing sicher am Bügel am Haken in der Duschkabine. Die Handtücher habe ich von der anderen Seite über die Hosenstange gehängt. 



  • Welche Sachen braucht mein Campingkid auf jeden Fall? 

Naja, ihr könnt euch vorstellen, dass meiner Meinung nach ein Kind immer mit Block und Stiften, vielleicht noch mit Kleber auf Reisen gehen sollte.

Dann kommt es natürlich auch auf das Reiseziel an. Wer sich für Gewässer aller Art entscheidet, könnte noch eine etwas größere, durchsichtige Plastikschüssel und natürlich einen Sandeimer mitnehmen. Die Plastikschüssel haben wir dann oft als Eintagsaquarium benutzt, in dem die Schnecken, Krabben, etc. mit Sand und Meerwasser für eine Nacht bei uns gewohnt haben. In der Zeit kann man sie herrlich fotografieren, bestimmen und malen. Da das Wasser aber ausreichend Nährstoffe und Sauerstoff für einen Tag bietet, ist die Überlebenswahrscheinlichkeit des Tieres sehr hoch. Alternativ haben wir unser Aquarium mit an den See genommen und die Tiere nur für einen kurzen Moment darin gesammelt und bestaunt, um sie dann wieder frei zu lassen.

Sammeln ist immer toll, bauen auch. Also, je nach Urlaubsort die entsprechenden Sachen wie Tüten und Eimer einpacken.

Spiele: Hier würde ich mich nicht für super viele entscheiden, sondern nur gemeinsam mit den Kindern zwei oder drei Spiele einpacken. Wir leihen uns immer gern für die Ferien ein Spiel zusätzlich aus der Bücherei aus, was wir schon immer mal testen wollten.

 

 

  • Welche Dinge können ruhig zu Hause bleiben? 

Der Fernseher :-)

Im Grunde auch das Handy. Auf jeden Fall würde ich mich als Familie einigen, wann das Ding mal nicht benutzt wird, und zwar von allen. Ich gebe es ja nur ungern zu, aber mich ziehen App-Spiele auch in ihren Bann. Deshalb haue ich mir selbst auf die Finger und nehme das Handy nur abends raus.